Geschichte der Arbeitsgemeinschaft südwestdeutscher Koleopterologen

I. Anfang

Es begann alles am 28. Mai 1958 bei der ersten von Adolf Horion angeregten mehrtägigen Exkursion württembergischer Käferfreunde nach Oberstotzingen. Dort, bei Paul Dolderer, trafen sich neben Monsignore Horion/Überlingen, Dr. Harald Buck/Stuttgart, Dr. Karl Wilhelm Harde/Stuttgart, Dr. Werner Heiligmann/Welzheim, Hans Kostenbader/Stuttgart, Dr. Rudolf Köstlin/Kornwestheim, Walter Liebmann/Oberkochen, Ursula Pfizer/Ulm und Dr. Edmund Ulbrich/Neuhütten. Sie gründeten die Arbeitsgemeinschaft württembergischer Koleopterologen. Wie aus einer Kleinen Mitteilung von Dr. Köstlin in den Jahresheften des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg (1959) hervorgeht, wurden damals folgende Aufgaben als dringlich herausgestellt:

• Erforschung der württembergischen Käferfauna

• Determinatorische Arbeitsteilung

• Herausgabe eines neuen württembergischen Käferverzeichnisses

• Durchführung einer jährlich stattfindenden Gemeinschaftsexkursion

• Abhaltung einer jährlichen Koleopterologen-Tagung


II. Wintertagung 1959

Die erste Wintertagung der Arbeitsgemeinschaft fand im Januar 1959 unter Leitung von Dr. Köstlin statt. Im Schloss Rosenstein des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart (SMNS) fanden sich zehn Koleopterologen ein. Die Leitung der ArGe wurde damals zwei Mitgliedern des Entomologischen Vereins Stuttgart übertragen. Ein Amateur-Koleopterologe und ein Vertreter des SMNS sollten sicher stellen, dass eine große Bandbreite von Interessen vertreten wird. Diese Struktur wurde bis heute beibehalten. 1958–1982, Dr. Rudolf Köstlin/Kornwestheim, praktischer Arzt; Dr. Karl-Wilhelm Harde, Leiter der Entomologischen Abteilung SMNS, 1982 gestorben. 1982–1987, Dr. Rudolf Köstlin/Kornwestheim, 1987 gestorben; Dr. Wolfgang Schawaller, Entomologische Abteilung SMNS. 1987–heute, Jürgen Frank/Waiblingen-Beinstein, Grafik-Designer; Dr. Wolfgang Schawaller, Leiter der Entomologischen Abteilung SMNS.


III. Wintertagung 60er Jahre

In den Jahren nach 1959 wurde das Treffen in der Außenstelle des Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart, am Arsenalplatz in Ludwigsburg abgehalten. In dieser Zeit, Anfang der 60er Jahre, kamen u.a. die Schweizer Kollegen H. Hugentobler, Dr. Viktor Allensbach und Arthur Spälti sowie Dr. G. A. Lohse aus Hamburg hinzu. Damals begeisterte Dr. Freude Dr. Harde und Dr. Lohse für seine Idee, das Bestimmungswerk Die Käfer Mitteleuropas in Angriff zu nehmen. Heute wissen wir, dass mit Erscheinen dieses Standardwerkes die Käferkunde in Mitteleuropa auf eine neue, allseits akzeptierte Basis gestellt wurde. Im Jahr 1968 wurde aus der Württembergischen die Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Koleopterologen.

IV. Wintertagung 70er Jahre

Die Besucherzahl der Wintertagung stieg in den 70er Jahren rapide an. Dies führte dazu, dass als neue Tagungsstätte das Hotel Schlosshof in Ludwigsburg gewählt wurde. Später mussten dann für die Vorträge zusätzlich noch die Räume des Kulturzentrums der Stadt Ludwigsburg in Anspruch genommen werden. Es folgte eine lange, sehr aktive Zeit mit vielen prominenten Besuchern, von denen hier beispielhaft einige der inzwischen verstorbenen Kollegen genannt sein sollen: Georg Benick, Lübeck; Claus Blumenthal, Bonn; Siegfried Cymorek, Krefeld; Alfons M. J. Evers, Krefeld; Georg Frey, München; Karl Wilhelm Harde, Gerlingen; Adolf Horion, Überlingen; Ernst Jünger, Wilflingen; Zolan Kaszab, Budapest; Klaus Koch, Düsseldorf; Gustav Adolf Lohse, Hamburg; Wilhelm Lucht, Langen; Alexander v. Peez, Brixen; Hans Pochon, Bern; Hans Schaeflein, Neutraubing; Hermann Vogt, Darmstadt; Karl H. Wellschmied, München; Walter Wittmer, Basel; Konrad Witzgall, Dachau.