CIIDAE, Schwammfresser
Ropalodontus perforatus (Gyllenhal, 1813)
, Gewöhnlicher Langhaar-Schwammfresser

Synonym: Rhopalodontus Mell., 1847

Verbreitung: Nordpaläarktische Art; Nord- und Mitteleuropa, gebirgiges Südeuropa, Kaukasus, Sibirien.
Deutschland: Aus allen Bundesländern gemeldet. In Südwestdeutschland besitzt Ropalodontus perforatus zwei große Verbreitungszentren, zum einen den Alpenraum, in unserem Falle das Allgäu, zum zweiten die alten Laubwälder des Rhein-Main-Gebietes, von denen ein Ausbreitungskorridor rheinaufwärts führt. Ursache für das nur lokale Auftreten ist der Mangel an ausreichend großen, beständigen Vorkommen des Zunderschwammes. In den letzten Jahren, ab ca. 2000, gelangen Nachweise im Naturpark Stromberg und im Neckarbecken (NatRaum 12c). Hier breitet sich die Art allmälich aus, zusammen mit weiteren Baumschwamm-Spezialisten, wie z.B. Bolitophagus reticulatus und diversen Dorcatoma-und Triplax-Arten.

Gefährdung: Rote Liste Deutschland 3 (gefährdet); Rote Liste Baden-Württemberg 3 (gefährdet).

Lebensweise: Monophag in absterbenden Fomes fomentarius-Fruchtkörpern. Larven und Käfer minieren direkt unter der harten Kruste des Pilzes. Ropalodontus perforatus liebt trockenes Substrat, also Pilze, die noch am Stamm ansitzen. Länger am Boden liegende, durchfeuchtete Fruchtkörper werden gemieden.

Nachweiszeitraum: Da die Käfer im Brutsubstrat überwintern, können sie das ganze Jahr über gefunden werden.

Bestimmungshilfe: Länge 1,8–2,2 mm; Fühler 10gliedrig mit 3gliedriger Keule; Schienen an der Spitze rundlich erweitert, mit dicht stehenden Zähnchen bewehrt; Körper lang behaart; Halsschild feiner, Flügeldecken grob punktiert; Kopfschild des Männchens mit zwei kleinen, Borsten tragenden Zähnchen. Der sehr ähnliche Ropalodontus novorossicus hat eine feinere Flügeldeckenpunktierung, das Männchen trägt am Kopfschildvorderrand eine kleine, stark ausgerandete Lamelle.

Literatur: HORION (1961); LOHSE (1967) in: FREUDE, HARDE, LOHSE Bd. 7; KÖHLER & KLAUSNITZER (1998); GEISER (1998); REIBNITZ (1999); BENSE (2002).

Text: Johannes Reibnitz. Seitenerstellung: 28.1.2007; letzter Nachtrag: März 2014