CIIDAE, Schwammfresser
Xylographus bostrichoides (Dufour, 1843)
, Zahnschienen-Schwammfresser

Verbreitung: Südpaläarktische Art: Südeuropa, südliches Mitteleuropa, Nordafrika, Kaukasus, Sibirien.

HORION (1961) kannte die Art noch nicht aus Deutschland. 1998 machte Reibnitz den Erstfund dieses Südeuropäers in Rheinland-Pfalz bei Worms, 2000 erfolgte ein Fund in Baden-Württemberg (leg. Gebhardt), 2001 der erste in Hessen (leg. Reibnitz) und 2007 meldete Matt erste Nachweise aus dem Elsass. Xylographus bostrychoides ist in Südwestdeutschland bisher nur aus der Oberrheinebene bekannt, eine weitere Ausbreitung ist allerdings zu erwarten.

Gefährdung: Rote Liste Deutschland und Baden-Württemberg - (keine Bewertung, da noch unbekannt). Vermutlich nicht gefährdet, da auch häufiger auftretende Pilzarten bebrütet werden. Dadurch konnte sich die Art mittlerweile weiter ausbreiten.

Lebensweise: Entwicklung in Südwestdeutschland im Zunderschwamm (Fomes fomentarius), im Flachen Lackporling (Ganoderma lipsiense, syn. G. applanatum) und im Wulstigen Lackporling (Ganoderma australe, syn. G. adspersum, G. europaeum). In Hessen konnte ein totes Exemplar aus Coriolopsis trogii (Blasse Borstentramete) geborgen werden. In Südfrankreich saß eine Anzahl Tiere in der gleichen Pilzart.

Nachweiszeitraum: April – August.

Bestimmungshilfe: Länge 2,0 – 2,5 mm; Fühler 10gliedrig; Schienen zur Spitze stark verbreitert, der Außenrand mit Zähnchen bewehrt; Körper kurz, zylindrisch, glänzend, dunkelbraun bis schwarz, mit langen, aufstehenden Haaren besetzt; Fühler und Beine rotbraun; Stirn des Männchens mit zwei Höckerchen, neben denen lange Borstenhaare entspringen.

Literatur: HORION (1961); LOHSE (1967) in: FREUDE, HARDE, LOHSE Bd. 7; KÖHLER & KLAUSNITZER (1998); GEISER (1998); REIBNITZ (1999); FRANK & KONZELMANN (2000); BENSE (2002).

Text: Johannes Reibnitz. Seitenerstellung: 30.6.2007